Auftraggeber
Gemeinde Atting
Leistungen
Ingenieurbauwerk
Technische Ausrüstung
Örtliche Bauüberwachung
Bestandsvermessung
Leistungs-/Verfahrens-/
Prozesstechnik
Kosten
ca. 185.000 EUR
Die Gemeinde Atting betreibt seit 1987 die Kläranlage Atting - Rain mit einer ursprünglichen Ausbaugröße von 4.500 EW. Die Belebtschlammanlage war ausgelegt für Nitrifikation / Denitrifikation mit gemeinsamer Schlammstabilisierung. Aufgrund des hohen Bevölkerungszuwachses wurde der Endausbaugrad der Anlage erreicht und eine Erweiterung der Kapazität erforderlich. Konventionelle Ansätze sahen den Neubau eines Belebungsbeckens und eines Nachklärbeckens sowie die Erweiterung der Schlammspeicher vor.
Die SEHLHOFF GMBH hat den Gemeinden empfohlen, die Anlage künftig ohne Schlammstabilisierung zu betreiben und zunächst auf erforderliche kostenintensive Neubauten zu verzichten. Die bestehende Belüftungstechnologie wurde hierzu ausgetauscht und mittels feinblasiger hocheffizienter Plattenbelüfter ersetzt sowie mit moderner Elektro-, Mess- und Steuertechnik ausgestattet. Mit der bestehenden Anlagenkonfiguration kann die Anlage mit bis zu 5.700 EW belastet werden. Nach heutigem Stand liegen die gesamten Baukosten des durchgeführten Umbaus der Kläranlage bei vergleichsweise niedrigen rund 207.000 EUR. Die Kosteneinsparung beläuft sich auf rund 800.000 EUR. Aufgrund der verbesserten Reinigungsleistung, bezogen auf den Gesamtstickstoff von rund 60 %, konnte zudem die geschuldete Abwasserabgabe der letzten drei Jahre in Höhe von 54.000 EUR mit der Maßnahme verrechnet werden.
Weiterhin konnte das Planungsziel 20 % Energiekosteneinsparung bereits im ersten Betriebsjahr 2010 übertroffen werden. Der Stromverbrauch konnte gegenüber 2009 um 52.826 kW/h (rund 30 %!) reduziert werden. Auf den biologischen Teil entfällt eine Einsparung von 31.319 kW/h. Hier wurde die Anlagensteuerung verbessert - einhergehend mit reduzierten Laufzeiten der Gebläse. Weiter ist durch die innovative eingesetzte Belüftung die Umwälzung durch die frühere Räumerbrücke nicht mehr erforderlich. Weitere 21.507 kW/h konnten durch den Einsatz einer modernen Luft-Luft-Wärmepumpe für die Beheizung des Betriebsgebäudes und Kühlung des Gebläseraumes eingespart werden. Der Energieverbrauch wurde hier um mehr als 80 % reduziert.